Glauben - Rational und Relational


Das Wort „Glaube“ verwenden wir fast jeden Tag in Verbindung mit dem was wir fühlen, denken und annehmen. Doch dieses Wort hat auch eine andere Bedeutung, die im Rahmen der Religion auftritt, wie zum Beispiel im Christentum, wenn wir einer Person (Gott), einer Sache oder einem Konzept vertrauen. Die Bibel ist das allumfassende Buch des Christentums, das Wunder, Gebote und Prophezeiungen beinhaltet. Weil diese so selten oder manchen Menschen komplett unbekannt sind, stellt sich die Frage, ob es rational sei, das zu glauben, was in der Bibel auch präsentiert wird, wie zum Beispiel die historischen Wundertaten (übernatürliche Heilungen, die Auferstehung der Toten, die Aufhebung physikalischer Naturgesetze und andere), Prophezeiungen (insbesondere Zukunftsvorhersagen) und Gebote.

 

Oftmals beschreibt der Atheismus irrtümlich den Christentum als eine Religion, die einen „Gott der Lücken“ erfunden hat, sprich natürliche, unerklärbare Phänomene werden aufgrund des begrenzten, wissenschaftlichen Wissens mit der Divinität erklärt. Unzählige Male haben Menschen versucht, das Universum und dessen Phänomene mit der Divinität oder ähnliches zu begründen. Aber dies ist nicht die Meinung der Bibel. Die Bibel, die eine Sammlung mehrerer dutzend Bücher ist, präsentiert Gott als den Schöpfer des Universums, und implizit auch des Menschen. Sie zeigt, dass Gott einen Plan, Gebote, Versprechungen und Warnungen für den Menschen hat. Diese Aspekte werden sehr gut von Paulus im Buch Apostelgeschichte

zusammengefasst, Kap. 17:30,31 (HFA): „Bisher haben die Menschen das nicht erkannt, und Gott hatte Geduld mit ihnen. Aber jetzt befiehlt er allen Menschen auf der ganzen Welt, zu ihm umzukehren.  Denn der Tag ist schon festgesetzt, an dem Gott alle Menschen richten wird; ja, er wird ein gerechtes Urteil sprechen, und zwar durch einen Mann, den er selbst dazu bestimmt hat. Er hat ihn darin bestätigt, indem er ihn von den Toten auferweckte.“


Daher ist die fundamentale Aussage der Bibel, dass Jesus Christus, durch seine Auferstehung von den Toten, bewies, dass alles, was er gesagt und getan hat, wahr ist. Als er gefragt worden ist: „Woher nimmst du dir das Recht, die Leute hinauszuwerfen? Wenn du dabei im Auftrag Gottes handelst, dann musst du uns einen eindeutigen Beweis dafür geben!“, antwortete Jesus ihnen: „Zerstört diesen Tempel! In drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen.“ (Johannes 2:19-22, HFA). Und Johannes schrieb weiter: „Mit dem Tempel aber meinte Jesus seinen eigenen Körper.“ Das Bild der Bibel erlaubt uns eine derartige Auffassung nicht, den Christentum so auszuleben, als ob es eine Religion sei, die einen „Gott der Lücken“ verantwortet, sprich, dass, wenn sich keine wissenschaftliche Erklärung findet, die Antwort die Divinität wäre. Die wissenschaftliche Entwicklung, die den Anschein hegt, dass sie den Wundern der Bibel widerspricht als auch der hohe Anspruch der Bibel, dass sie das von Gott inspirierte Wort ist, dass über den Ursprung, das Leben und das Schicksal des Menschen berichtet, repräsentiert sehr starke Gründe, um in die Sphäre menschlicher Gedanken als auch in die Offenbarung Gottes, das Heilige Wort, einzudringen, um aussagekräftige Antworten auf Fragen zu gewährleisten, Fragen wie: „Ist es rational, an etwas zu glauben, das behauptet,  das Wort Gottes zu sein?“


Wenn jemand Zeuge eines Verkehrsunfalls ist und man würde von ihm verlangen, als Zeuge über das Geschehene auszusagen, würde ihn keiner Fragen, wie viele Lügen er in seinem ganzen Leben schon erzählt hat, sondern man würde seine Glaubwürdigkeit nicht in Frage stellen, außer man hat einen guten Grund dafür. Dies nennt man Unschuldsvermutung, die besagt, dass man dem Menschen zuerst Vertrauen schenkt. Des Weiteren werden wir nun die Bibel mit dieser Voraussetzung betrachten, gleichgültig, welche Einstellung man der Bibel gegenüber hat, da es menschlich ist, die Unschuldsvermutung anzuwenden, bis diese widerlegt wird!


Genesis, das erste Buch der Bibel, das ebenso das Buch alles Anfangs genannt wird, eröffnet den Bericht der Schöpfung hiermit: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ (Genesis 1:1, HFA). Diese kraftvollen Worte sagen aus, dass Zeit („Am Anfang“), Raum („Himmel“) und Materie („Erde“) einen Anfang haben und dass diese von Gott erschaffen wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dachten die Wissenschaftler noch, dass das Universum zeitlos sei, doch heute ist es bereits von den meisten Wissenschaftlern akzeptiert worden, dass dieses einen Anfang hat. Schon hunderte Jahre zuvor gab es philosophische Argumente, die der Idee des ewigen Universums widersprechen. Heutzutage, neben den philosophischen Argumenten, haben Physiker und Astrophysiker, durch das Anwenden des zweiten Thermodynamischen Gesetzes und der Beobachtung, dass sich das Universum ausdehnt (Big-Bang-Theorie), bewiesen, dass das Universum einen Anfang hat. Der gesunde, rationale Menschenverstand sagt uns schon, dass jeder Anfang auch einen Ursprung bzw. einen Grund oder Auslöser hat. Wenn das Universum nun einen Anfang hat, muss es eine Ursache haben, und diese kann nichts anderes als Gott sein, der außerhalb von Zeit, Raum und Materie steht; er ist allmächtig und kann aus nichts alles schaffen; persönlich, denn er entschied sich, Menschen zu schaffen; allwissend, denn er machte alles so umfassend und vielfältig. Deswegen glauben die Christen, wenn es zum Beispiel um die Auferstehung Jesu Christi geht, nicht im Gegensatz zu, sondern aufgrund des Verstandes: wenn der allmächtige Gott in der Lage war, das Universum aus dem Nichts zu schaffen, dann ist es ihm auch möglich, Jesus Christus von den Toten auferstehen zu lassen.

 

Von allem, was Gott erschaffen hat, spricht er nur von einer Kreation, dem Menschen, der in seinem Ebenbild erschaffen wurde (Genesis 1:26,27). Im Alten Testament wird oftmals Gott als „die Wahrheit“ bezeichnet. Im neuen Testament behauptet Jesus Christus, dass er selbst die Wahrheit sei (Johannes 14:6). Gleichfalls wird die dritte Person der Dreifaltigkeit, der Heilige Geist, als „der Geist der Wahrheit“ bezeichnet (Johannes 14:7; Johannes 15:26; Johannes 16:13).


Bevor wir wissen, was der Unterschied zwischen Gut und Böse ist, wissen wir, dass Wahrheit und Lüge existieren und dass wir Prinzipien haben, um diese zu unterscheiden. Auch wenn es milliarden von Menschen gibt, deren Meinungen sich voneinander oft unterscheiden, arbeitet unser Verstand nach den Gesetzen der Logik, die universell sind und die nicht einfach von einem Menschen erfunden wurden. Wir wissen, dass ein Baum ein Baum ist, und nicht ein Stein oder ein Stift. Es scheint einfach, aber nur so können wir verständlich kommunizieren, wenn wir Definitionen festlegen, die nur dem einen Objekt, Phänomen oder Konzept zuordenbar sind, das erste Gesetz der Logik, das man Gesetz der Identität nennt. Das zweite Gesetz der Logik ist das Gesetz der Widerspruchsfreiheit, das besagt, dass ein Baum nicht gleichzeitig ein Baum und nicht ein Baum sein kann, es muss eines von den beiden sein. Wie können wir eine Information verständlich weitergeben, wenn wir eine Aussage machen und mit der nächsten Aussage der ersten gleich widersprechen? In diesen Grundsätzen der Logik gibt es noch ein Gesetz, das wir unterbewusst verwenden, und zwar das Gesetz vom ausgeschlossenen Dritten, das besagt, dass eine Aussage nicht Wahr und Falsch sein kann. Sie muss entweder wahr oder falsch sein, dabei wird eine dritte Variante ausgeschlossen. Wir sehen wieder, dass dieses Konzept sehr simpel ist und wir alle unterbewusst verwenden, doch ist es nur dem charakteristisch, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde, dem Menschen. Die beste Erklärung dafür, dass wir, anders als die Tiere, diesen logischen Grundsätzen folgen, kann nur sein, dass wir nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurden.


Im ersten Buch der Bibel, Genesis, Kapitel 2 Vers 16 und 17, steht das Gesetz Gottes an die Ersten Menschen geschrieben, das besagt, dass diese nicht die Früchte des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen essen sollen. Wir verstehen implizit daraus, dass, wenn diese davon essen, sie das Böse und dessen Auswirkungen erfahren werden, zum Beispiel Schuld, Scham, Angst und andere dieser Art. Es gibt also einen moralischen Standard, den jeder Mensch kennt, auch wenn nicht jeder Gut und Böse gleich definiert. C. S. Lewis, ein christlicher Philosoph, der im letzten Jahrhundert lebte, sagte, dass “sogar Kannibalen dieser moralische Standard bewusst ist.” Für sie ist es nichts Falsches, einen Menschen zu essen, doch wenn du ihnen sagen würdest: “Jetzt bist du an der Reihe, gegessen zu werden”, werden sie sagen, dass es nicht fair ist. Ein anderes Beispiel dafür sind die Räuber, die behaupten, dass Stehlen nicht falsch sei, bis man von ihnen stiehlt. Also sehen wir, dass auch Räuber wissen, dass Stehlen falsch ist. Dieser moralische Standard, der in unserem Gewissen verankert ist, zeigt also auf einen Gesetzgeber, Gott.

 

Bis jetzt haben wir drei Argumente gesehen, die für Gott sprechen, wir haben aber nicht spezifiziert, um welchen Gott es sich handelt. Hat sich der wahre Gott nur im Alten Testament offenbart, so wie die Juden glauben? Oder im Koran, wie die Muslimen behaupten? Apostel Paulus sagt eindeutig in 1. Korinther 15:14, dass, wenn Christus nicht von den Toten auferstanden ist, unser Glaube ohne Sinn bleibt. Aber wie können wir nun an ein Wunder glauben, das 2000 Jahre zurückliegt? Wir haben weiter oben gesehen, dass die beste Erklärung für die Entstehung des Universums ein allmächtiger Schöpfer ist, der alles aus Nichts geschaffen hat. Also wäre es für einen Gott, der das ganze Universum geschaffen hat und es am laufen hält eine Kleinigkeit, jemanden von den Toten auferstehen zu lassen. Die einzige Frage, die noch bleibt, ist die, ob wir der Überlieferung der Auferstehung glauben können. Hier zeigen wir ein paar Aspekte, die die Wahrheit der Auferstehung beweisen. Vom Neuen Testament haben wir die meisten Manuskripte, die jemals für ein altes Werk gefunden wurden. Dadurch wissen wir, dass ihr originaler Inhalt unvorstellbar genau wiedergegeben werden kann. Die Aussagen über das Leben, den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus wurden entweder von Augenzeugen Jesu oder Nahestehenden derer, die mit ihm gewesen sind, gebracht. Die ersten Menschen, die über die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi berichtet haben, waren Juden, obwohl sie aus ihrem Glauben heraus an so einen Messias nicht hätten glauben können. Noch dazu fingen sie in Jerusalem an, diese Nachricht zu verkünden, also an dem Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde. Sie predigten damals nicht nur mit Kraft, sondern gingen so weit, dass sie für ihre Überzeugung ihr leben gaben. Aus der Erzählung der Bibel über die Auferstehung kommen Fragen auf, die nur damit erklärt werden können, dass Jesus drei Tage nach seiner Auferstehung gesehen wurde. Wer hätte damals eine solche Geschichte erfunden, wenn man als erste Augenzeugen Frauen hatte, obwohl wir wissen, dass damals Aussagen einer Frau kaum Wert zugesprochen wurde. Wie hätten die Jünger damals das Evangelium verkünden können, wäre der Körper Jesu noch im Grab gewesen? Wenn Jesus wirklich nicht auferstanden ist, was hätte die ängstlichen Jünger, Jakobus - der Bruder Jesu - der Skeptiker war und Paulus, der Christenverfolger war, dazu angetrieben, so starke Verkünder Jesu Auferstehung zu werden? Wenn wir also unvoreingenommen und ohne Vorurteile diese historischen Fakten evaluieren, sehen wir die Tatsache, dass Jesus auferstanden sein muss, schlussfolgernd, dass, alles was er behauptet hat zu sein, was er getan hat und was er gesagt hat, wahr sein muss.


Die Beweise, die wir bis jetzt gesehen haben hatten das Ziel, ein rationales Fundament für den christlichen Glauben zu schaffen. Sie unterstützen die Tatsache, dass das, was die Christen glauben, logisch und historisch hinterlegbar ist. Aber es gibt noch ein Argument, aufgrund dessen wir Christen an die Bibel glauben, und zwar die persönliche Beziehung zu Gott. Auch wenn wir es nicht immer realisieren, fällen wir Entscheidungen, die relationell sind, also Entscheidungen, bei denen wir Beziehungen im Hinterkopf haben. Wir haben nicht immer logische, rationale Beweise, um etwas zu glauben oder jemandem zu vertrauen, aber, damit eine Beziehung funktioniert, muss man dieses Bisschen an Glauben haben. Das Vertrauen, das Ehepartner füreinander haben, basiert nicht auf logischen Argumenten. So ist es auch mit zwei Freunden, die ihr Vertrauen erst durch eine lange, tiefgehende Beziehung aufbauen. Sein Evangelium beendet Lukas mit einem Moment Jesu nach seiner Auferstehung, als er den Jüngern sagt, dass diese in Jerusalem bleiben sollen, bis sie vom Heiligen Geist gefüllt würden. Diese “Füllung durch den Heiligen Geist” bedeutete für sie eine persönliche Beziehung mit Gott, wie sie sie bis dato nicht hatten. Der Heilige Geist sollte sie durch die ganze Wahrheit leiten (Johannes 16:13), ihnen Mut für die Verbreitung des Evangheliums geben (Apostelgeschichte 1:8) obwohl sie verfolgt wurden, sie an alles erinnern, was Jesus sie gelehrt hatte (Johannes 14:26) und vieles mehr. Die Bibel ist das einzige Buch, das sich selbst als von Gott gegeben bezeichnet und gleichzeitig eine persönliche Beziehung mit Gott verspricht. Natürlich sagen wir nicht, dass eine Beziehung mit Gott vergleichbar mit einer Beziehung zwischen Menschen ist. Wir sehen aber auch in den menschlichen Beziehungen Unterschiede. So ist eine Beziehung zwischen Ehepartnern nicht die selbe wie eine Beziehung zwischen Arbeitskollegen. Wenn man von Beziehung mit Gott spricht, ist eine innerliche, unverwechselbare divine Präsenz oder eine Erinnerung an die offenbarte Wahrheit gemeint. Wir haben es mit einem Gott zu tun, der aktiv unseren Gebeten antwortet und der providentiell und souverän in unser Leben eingreift. 


In den Evangelien wird ein Gleichnis dargestellt, in dem ein Sohn seinen Vater um seinen Teil des Erbes bittet, in ein fernes Land zieht und dort alles verschwendet. Doch eines Tages, als er so tief sinkt, dass er bei den Schweinen arbeiten muss, kommt er zu sich und sagt:” So viele Diener meines Vaters haben zu Essen, und ich sterbe hier vor Hunger.” Dieser Moment, in dem er sich entschließt, nach Hause zu gehen, braucht einen Augenblick, in dem er zu sich selber spricht. Nun, bevor wir eine persönliche Beziehung mit unserem Schöpfer aufbauen, sind wir dazu aufgefordert, rational, logisch und ehrlich, ohne Vorurteile, zu Beurteilen. Die Hauptfrage lautet also: Was beschreibt die Realität, in der wir sind, am besten? Der christliche Glaube ist rational fundiert und die einzige Religion, bei der sich Gott dem Menschen durch eine persönliche Beziehung nähert. Und trotz all dies Zweifels gibt es eine einfache Methode, dies zu testen: ein Gebet, in dem wir Gott bitten, sich persönlich zu offenbaren. Wir können ihm vertrauen, dass er genau das tun wird.